Das Magazin für Mineraliensammler 6/2000
Mineralien WeltAlles Diamant
Das "Drumherum" dieser Messe wird sicher auch weiterhin die gediegene Handschrift des Ehepaares Hermi und Hannes Keilmann und ihrer engagierter Mitarbeiter
tragen. Der Direktor der erdwissenschaftlichen Sammlung Bayerns, Prof.Dr.
Oskar Schulz, hat in seiner Eröffnungsrede darauf zu recht verwiesen.
Das besondere Flair der Mineralientage München machen schon seit vielen Jahren
die Sonderschauen aus. Diese tragen auch wesentlich dazu bei, das Publikum in die hehren Hallen zu
locken. Und da war es zweifellos ein gewisses Wagnis, als Hauptthema den Diamant, den
"König der Edelsteine", zu wählen.
Ein Wagnis sowohl von der Material- als auch von der Präsentationsmöglichkeit her
gesehen. Diamanten sind nun einmal kleine Objekte, Matrixstufen (die die
Sammler am meisten interessieren) sind selten und aus geschliffenen Steinen gefertigter
Schmuck ist teuer. Trozdem hat man keine Kosten und Mühen gescheut und Leihgaben
aus öffentlichem und privatem Besitz für München organisiert (der
Gesamtversicherungswert (Lloyds/London) der ausgestellten Exponate betrug
42.000.000,-DM!).
Der mit 82,5 Karat größte Diamantkristall der Schau aus dem Besitz des Naturhistorischen Museums in Wien war genau so zu sehen wie der
Diamant König Ludwigs von Bayern, der Princess-Diamant (ein über 42 ct. schwerer , gelber Diamant aus dem deutschen Edelsteinmuseum Idar-Oberstein) der Wittelsbacher Oktaeder (ein in der Frühzeit des Diamanten
Abbaus in der berühmten Kimberley-Mine in Südafrika gefundener ,weißer Naturkristall aus dem Museum "Reich der Kristalle",
München und der Hahn-Stern, ein Oktaeder mit Kohleeinschluss in Form eines Dreidimensionalen Sterns, so wie die
berühmte "Rainbow Collection ", eine Sammlung von etwa 300 genau auf ein ct. geschliffenen Farbdiamanten des Belgiers Eddy
Elzas.
Vermutlich waren bisher nirgendwo auf der Welt so viele
originale Diamant-Matrixstufen gemeinsam zu sehen wie in München. Unter diesen v.a. von Museen und Sammlungen in Edinburgh, London, Paris und Wien zur Verfügung gestellten Stufen durfte natürlich der berühmte
"König-Ludwig-Diamant" aus der Mineralogischen Staatssammlung in München nicht fehlen.
Er "glühte" förmlich aus seinem dunkelgrauen Kimberlitt-Bett heraus, wie auch alle anderen Schauobjekte Dank der
hervorragenden Präsentation von Meister Herbert Kraft, München der schon seit vielen
Jahren das Design der Sonderaustellung entscheidend mitprägt.
Wer bisher nicht wußte, was die
"vornehmsten" Gesteine unserer Erde sind, konnte die "Diamantite"
die Zeugen aus der Tiefe unserer Erde, in eindrucksvoller Menge und Größe bewundern.

Kurios das stärkste bisher existierende "Powerband"
- aus natürlichem Diamantit unter spezieller Technik hergestellt!
Originell waren auch die Vitrinen mit der Diamantliteratur, die Gustav Hahn
aus Idar-Oberstein für München zur Verfügung gestellt hatte.
Umrahmt wurden die echten Diamanten von der
ebenfalls ausgezeichnet gestalteten Schau der Modelle historischer Diamanten aus dem Kristallmuseum
Riedenburg. Und weil die hochglänzenden Quarze in Kavernen bituminöser Kalke und Dolomite auch heute noch gerne
als "Diamanten" bezeichnet werden, war es beinahe
selbstverständlich, dass auch eine Vitrine mit bezaubernden "Herkimer-Diamonds" zu sehen war, gestaltet von John Medici und seinen
Söhnen aus Middleville im Staate New-York - eine Augenweide!
Das Bayerische Geologische Landesamt präsentierte die
Themen "Georisken" sowie "Rohstoffboden" und zeigte ausgewählte Stücke aus der berühmten Mineraliensammlung von
Matthias Flurl. Das Geologische Museum gab, als sehr reizvolle Ergänzung zum Sonderschau-Thema
"DIAMANT" Einblick in die Diamantenwüste Namib.
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